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Gallup StrengthsFinder für Gründer: Was er zeigt und welche Hiring-Frage offen bleibt

Joram Höfs
Joram Höfs
5 Min. Lesezeit

Viele Gründer, die ich kenne, haben irgendwann den Gallup StrengthsFinder gemacht. Und die meisten fanden ihn gut. Zu Recht. Das Ergebnis fühlt sich präzise an, es benennt Stärken, die man selbst nur diffus gespürt hat, und es gibt einem eine Sprache für das, worin man von Natur aus gut ist.

Trotzdem bleibt bei vielen dieselbe Frage offen wie vorher: Und was mache ich jetzt konkret damit? Dieser Text schaut sich beides an. Was StrengthsFinder für Agentur-Gründer wirklich leistet, und wo er ehrlicherweise aufhört.

Was Gallup StrengthsFinder gut macht

Fangen wir mit dem Lob an, denn es ist verdient. StrengthsFinder, offiziell CliftonStrengths, misst 34 Talent-Themen. Also wiederkehrende Muster im Denken, Fühlen und Handeln. Das Ergebnis zeigt dir, worin du von Natur aus stark bist, und tut das erstaunlich sauber.

Der eigentliche Wert liegt in der Perspektive. Statt an deinen Schwächen zu schrauben, richtet der Test den Blick auf das, was ohnehin schon rund läuft, und legt nahe, genau dort mehr zu investieren. Für einen Gründer, der jahrelang versucht hat, an allen Fronten gleich gut zu sein, ist das eine befreiende Verschiebung. Man hört auf, sich zu reparieren, und fängt an, sich zu schärfen.

Wo StrengthsFinder für Gründer aufhört

So gut der Test in seiner eigenen Disziplin ist, für zwei Entscheidungen, an denen Agentur-Gründer regelmäßig hängen, ist er nicht gebaut. Und das sagt Gallup selbst.

Keine Rolle, nur Talente

StrengthsFinder gibt dir eine Liste deiner Talente. Er gibt dir keinen Stuhl. Aus "du bist analytisch und ideenstark" folgt nicht automatisch, welche unternehmerische Rolle du besetzen solltest. Talente sind Rohstoff. Ein Best Seat ist die Entscheidung, wo dieser Rohstoff am meisten wert ist. Diesen Schritt, von der Stärke zur Rolle, überlässt der Test dir. Er beschreibt die Zutaten, nicht das Gericht.

Keine Hiring-Antwort

Der zweite Punkt ist noch klarer, und Gallup ist hier bemerkenswert offen. CliftonStrengths fragt bewusst weder nach Ausbildung noch nach Lebenslauf oder Skills, sondern nur nach natürlichen Talent-Mustern. Gallup stuft den Test ausdrücklich als Entwicklungs- und nicht als Auswahlinstrument ein, wörtlich als "a development tool, not a selection tool". Er ist nicht für Personalauswahl validiert, und Gallup empfiehlt selbst, die Ergebnisse nicht für Einstellungsentscheidungen oder den Vergleich von Kandidaten zu nutzen. Für talentbasiertes Einstellen bietet Gallup dafür eigene, gesondert validierte Werkzeuge an.

Das ist keine Schwäche des Tests. Es ist einfach nicht seine Aufgabe. Nur bedeutet es, dass StrengthsFinder dir nichts darüber sagt, welchen Typ dein Team als Nächstes braucht.

Die Frage, die offen bleibt

Damit landen wir genau bei den zwei Entscheidungen, die einen Agentur-Gründer im Alltag wirklich beschäftigen. Sitze ich selbst im richtigen Stuhl? Und wen stelle ich als Nächstes ein?

Das ist die Wrong-Seat- und die Next-Hire-Frage. StrengthsFinder liefert dir wertvolle Zutaten für beide, beantwortet aber keine von beiden. Er zeigt dir deine Talente und lässt dich mit der Übersetzung allein. Kein Vorwurf, sondern eine Grenze, die man kennen sollte, bevor man vom Test mehr erwartet, als er versprochen hat.

Wann welcher Ansatz passt

Daraus folgt keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine klare Arbeitsteilung.

StrengthsFinder ist stark, wenn du deine eigenen Stärken besser verstehen und bewusster einsetzen willst. Als Reflexionswerkzeug, das dir hilft, deine natürliche Zone zu erkennen und dort mehr Zeit zu verbringen. Dafür ist er gemacht, und dafür ist er gut.

Ein rollenbasiertes Assessment ist stark, wenn du eine Entscheidung treffen musst. Wenn du wissen willst, welche unternehmerische Rolle zu deiner DNA passt und welches Profil deinem Team fehlt. Der eine Ansatz klärt, wer du bist. Der andere klärt, was du damit tust. Beide zu verwechseln, führt zu Enttäuschung: Man erwartet vom Stärken-Test eine Handlungsanweisung, die er nie geben wollte.

Beides zusammen denken

Am meisten holst du heraus, wenn du die beiden nicht gegeneinander ausspielst, sondern hintereinanderschaltest. Deine Talente aus StrengthsFinder sagen dir, was dein Rohmaterial ist. Ein rollenbasiertes Assessment übersetzt dieses Rohmaterial in einen Best Seat und in ein konkretes Next-Hire-Profil.

Erst dann wird aus "das sind meine Stärken" ein "also gehöre ich auf diesen Stuhl, und also stelle ich als Nächstes diesen Typ ein". Die Stärken-Sicht bleibt wertvoll, aber sie bekommt eine Richtung. Und Richtung ist genau das, was dir am nächsten Montagmorgen fehlt, wenn du vor der Frage stehst, was du eigentlich anders machen sollst.

Gallup StrengthsFinder zeigt Gründern ihre Talente, aber nicht ihren Best Seat und nicht ihren Next Hire. Gallup selbst stuft den Test als Entwicklungs-, nicht als Auswahlinstrument ein. Die zwei Entscheidungen, an denen Agentur-Gründer hängen, bleiben damit offen.

FAQ

Ist StrengthsFinder für Unternehmer sinnvoll? Ja, zur Reflexion der eigenen Stärken. Für Rollen- und Einstellungsentscheidungen fehlt ihm der Fokus, weil er Talente misst, aber keinen passenden Stuhl und keine Team-Lücke ausgibt. Gallup selbst rät davon ab, ihn als Auswahlinstrument für Hiring einzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Stärken und Best Seat? Stärken sagen, worin du gut bist. Der Best Seat sagt, welche unternehmerische Rolle dazu passt. Zwei Menschen mit denselben Talenten können auf sehr unterschiedliche Stühle gehören, je nachdem, wie ihr Team und ihr Geschäft aussehen.

Was liefert der CORE Navigator zusätzlich? Einen Best Seat und ein Next-Hire-Profil. Also die Übersetzung von Talenten in konkrete Entscheidungen: welche Rolle zu dir passt und welchen Typ dein Team als Nächstes braucht.


Ergänze deine Stärken-Sicht um eine Richtung. Der kostenlose QuickCheck zeigt dir in rund 20 Minuten, welche unternehmerische Rolle deiner DNA entspricht, und gibt dir einen ersten Hinweis auf deinen nächsten Hire. Willst du danach das vollständige Bild mit ausgearbeitetem Next-Hire-Profil, findest du es in der Premium-Auswertung.

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Über den Autor

Joram Höfs
Joram Höfs

Gründer

Joram Höfs ist Gründer von CORE-Navigator. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Unternehmensberatung und Persönlichkeitsdiagnostik hat er es sich zur Mission gemacht, datenbasierte Werkzeuge zu entwickeln, die Unternehmern helfen, ihre einzigartige DNA zu verstehen und gezielt einzusetzen.

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