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Seat. Hire. Sprint.: Wie aus deinem Unternehmertyp drei konkrete Entscheidungen werden

Joram Höfs
Joram Höfs
6 Min. Lesezeit

Du hast wahrscheinlich schon einen Test gemacht. Vielleicht zwei. Am Ende stand ein Buchstabencode, eine Farbe oder ein hübsches Diagramm mit deinen Stärken. Und dann? Hat sich irgendwas an deinem Montag geändert?

Meistens nicht. Das ist kein Zufall, sondern das eingebaute Problem fast aller Persönlichkeitstests: Sie beschreiben dich, und dann lassen sie dich mit der Beschreibung allein. Du weißt jetzt, dass du "der Visionär" oder "der Macher" bist. Schön. Nur sitzt du am nächsten Morgen wieder in denselben Meetings, triffst dieselben Entscheidungen und arbeitest dieselben 60 Stunden.

Seat, Hire und Sprint drehen das um. Es ist kein weiterer Typ-Test, sondern eine Entscheidungslogik. Sie nimmt deinen Unternehmertyp als Ausgangspunkt und leitet daraus drei Dinge ab, die du wirklich anfassen kannst: welche Rolle du im eigenen Unternehmen besetzen solltest, wen du als Nächstes einstellst und was du diese Woche änderst.

Warum ein Typ-Label allein nichts verbessert

Ein Label ist eine Momentaufnahme. Es sagt dir, wie du tickst, aber nicht, was du damit tun sollst. Für einen Agentur-Gründer ist das ungefähr so nützlich wie ein Wetterbericht ohne Ortsangabe.

Du kennst deine Stärken vermutlich längst. Du weißt, ob du lieber baust oder verkaufst, ob dich Struktur beruhigt oder langweilt. Das Wissen ist nicht dein Engpass. Dein Engpass ist die Übersetzung: von "so bin ich" zu "also mache ich als Nächstes das hier". Genau an dieser Stelle hören die meisten Tests auf. Und genau da fangen die teuren Fehler an, weil du weiter aus dem Bauch entscheidest, wen du einstellst und woran du selbst arbeitest.

Best Seat: die Rolle, die deiner DNA entspricht

Der erste Teil ist dein Best Seat. Also die Rolle, in der du am meisten wert bist, statt der Rolle, in die du reingerutscht bist.

Dahinter stehen die vier CORE Types. Der Constructor baut Systeme, Prozesse und Produkte, er denkt in Strukturen. Der Operator führt aus, optimiert und bringt Dinge zuverlässig ins Laufen. Der Rainmaker akquiriert, verkauft und öffnet Türen über sein Netzwerk. Der Explorer forscht, probiert und findet neue Wege, bevor andere überhaupt die Frage stellen.

Kein Typ ist besser als der andere. Aber es gibt einen Stuhl, der zu dir passt, und mehrere, die dich langsam auslaugen. Ein Rainmaker, der sein halbes Jahr in Prozessdokumentation versenkt, verbrennt. Ein Constructor, der jeden Tag Kaltakquise machen soll, auch. Der Punkt ist nicht, dass sie es nicht können. Der Punkt ist, dass sie im falschen Stuhl teuer sind: Studien zum Thema Rollenpassung beziffern den Produktivitätsverlust bei Führungskräften auf rund ein Fünftel. Bei einem Gründer, der überall mit drinhängt, zieht sich das durch die ganze Firma.

Woran du merkst, dass du im falschen Seat sitzt

Es gibt ein paar ziemlich verlässliche Signale. Dein Kalender ist voll, aber am Ende der Woche fühlt sich wenig davon nach echtem Fortschritt an. Entscheidungen, die eigentlich jemand anderes treffen könnte, landen trotzdem bei dir. Du bist ständig verfügbar und trotzdem nie fertig. Und du hast dieses leise Gefühl, dass die Firma an dir hängt, obwohl sie das eigentlich nicht mehr sollte.

Wenn dir zwei davon bekannt vorkommen, sitzt du vermutlich nicht in deinem Best Seat. Das ist keine Charakterschwäche. Es ist einfach eine Fehlbesetzung, die du selbst mit dir vorgenommen hast, meistens ohne es zu merken.

Next Hire: die Lücke, die dein Team als Nächstes braucht

Sobald dein Seat klar ist, folgt der zweite Teil fast von selbst. Denn dein Best Seat bedeutet immer auch, dass jemand anderes das übernimmt, was dich bisher aufgefressen hat.

Genau das ist dein Next Hire. Nicht die Rolle, die gerade am lautesten schreit, sondern das Typ-Profil, das deine größte Lücke schließt. Ein Constructor-Gründer, der endlich am Produkt arbeiten will, braucht oft einen Rainmaker oder Operator an seiner Seite, nicht noch einen zweiten Bastler. Ein Rainmaker-Gründer, der ständig verkauft, aber intern alles brennt, braucht jemanden, der Struktur reinbringt.

Das klingt banal, ist es aber nicht. Die meisten Agentur-Owner stellen nach Sympathie ein oder nach dem, was der letzte verlorene Mitarbeiter gemacht hat. Und eine Fehlbesetzung auf dieser Ebene kostet schnell 20.000 bis 50.000 Euro, wenn du Einarbeitung, entgangene Umsätze und die Monate der Fehlausrichtung zusammenrechnest. Der Next-Hire-Teil sagt dir nicht nur, dass du jemanden brauchst. Er sagt dir, welchen Typ.

Sprint: die Veränderungen dieser Woche

Der dritte Teil ist der, der die meisten Tests nie liefern: ein Sprint. Also die konkreten Schritte für die nächsten sieben Tage.

Warum so kurz? Weil eine Diagnose ohne Sofortmaßnahme verpufft. Du kennst das. Du liest etwas Kluges, nickst, und drei Wochen später ist es weg. Ein 7-Tage-Sprint zwingt dich, aus der Erkenntnis eine Handlung zu machen, solange sie noch frisch ist. Das können ein paar Meetings sein, die du ab sofort delegierst. Eine Aufgabe, die du dir aktiv vom Tisch nimmst. Oder das Stellenprofil für deinen Next Hire, das du diese Woche schreibst statt "irgendwann".

Klein, aber sofort. Das ist der ganze Trick. Der Sprint macht aus Klarheit Bewegung, bevor der Alltag sie wieder zuschüttet.

Wie die drei Teile zusammenhängen

Seat, Hire und Sprint sind keine drei getrennten Ergebnisse. Sie sind eine Kette. Dein Seat bestimmt deine Lücke. Deine Lücke bestimmt deinen Next Hire. Dein Next Hire bestimmt, was im Sprint zuerst passieren muss, damit die Übergabe überhaupt gelingt.

Deshalb bringt es wenig, sich nur einen Teil rauszupicken. Wer seinen Seat kennt, aber nie einstellt, bleibt überlastet. Wer einstellt, ohne den Seat zu klären, holt sich oft die falsche Person für die falsche Aufgabe. Erst zusammen ergeben die drei eine Richtung statt einer weiteren Selbstbeschreibung.

Seat, Hire und Sprint verwandeln einen Unternehmertyp von einer Beschreibung in eine Handlungsanweisung: welche Rolle du besetzen sollst, wen du als Nächstes einstellst und was du diese Woche änderst.

Das ist der Unterschied zwischen "jetzt kenne ich mich besser" und "jetzt weiß ich, was ich tue". Das eine ist ein netter Nachmittag. Das andere verändert, wie deine Agentur im nächsten Quartal läuft.

FAQ

Was bedeutet Seat, Hire, Sprint konkret? Best Seat ist die Rolle, die deiner Unternehmer-DNA entspricht. Next Hire ist das Typ-Profil, das dein Team als Nächstes braucht, um deine Lücke zu schließen. Der Sprint sind die wichtigsten Veränderungen für die kommende Woche, damit die Erkenntnis nicht folgenlos bleibt.

Für wen ist das Framework gedacht? Für Gründerinnen und Gründer von Agenturen und Beratungen im deutschsprachigen Raum, die noch selbst operativ mitarbeiten und wachsen wollen, ohne im Tagesgeschäft zu ersticken.

Wie lange dauert es, das für sich zu klären? Der CORE Navigator QuickCheck liefert die Grundlage in rund 20 Minuten, inklusive Best Seat und einem ersten Hinweis auf deinen Next Hire.


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Über den Autor

Joram Höfs
Joram Höfs

Gründer

Joram Höfs ist Gründer von CORE-Navigator. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Unternehmensberatung und Persönlichkeitsdiagnostik hat er es sich zur Mission gemacht, datenbasierte Werkzeuge zu entwickeln, die Unternehmern helfen, ihre einzigartige DNA zu verstehen und gezielt einzusetzen.

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